vom 09.04.2009
Zu einer sechstägigen Reise in den spanischen Frühling trafen sich in den frühen Morgenstunden 25 Lohnunternehmerrinnen und Lohnunternehmer am Flughafen Hamburg. Andalusien war das Ziel. Nach einem ruhigen Flug hat unser Reiseleiter Wulf Petram uns in Sevilla in Empfang genommen. Froh gestimmt, auch aufgrund des guten Wetters (28°), haben wir zunächst einen Eindruck von der Stadt mit ihren Parks, der beeindruckenden Kathedrale und des Plaza da Espanha erhalten. Unvergesslich war auch das erste Picknick, mit reichlich Wein, auf dem Fluss Gaudalquivir.
Am nächsten Tag stand die Besichtigung der BASF Versuchsstation auf dem Plan, durch die wir Informationen zu den Anbaukulturen der Landwirtschaft, den klimatischen Verhältnissen und Bewirtschaftungsformen erhalten haben. Anschließend fuhren wir nach Cordoba, wo wir durch eine charmante Reiseführerin eindrucksvoll die Entstehung und Bedeutung der Kathedrale von Cordoba erläutert bekommen haben. Die berühmte Säulenhalle mit hunderten von Doppelbögen wurde durch die Emire und Kalifen von Córdoba in mehreren Bauabschnitten immer wieder erweitert. Sie ist mit ca. 23.000 m² der drittgrößte Moscheebau der Menschheitsgeschichte und das größte Moscheegebäude auf europäischem Boden. Beeindruckt von diesem Bau haben wir anschließend die schönen Gassen im historischen Viertel auf uns wirken lassen.
Gut ausgeruht erhielten wir am nächsten Tag Informationen zum spanischen Olivenanbau mit einem anschließenden Besuch einer bio-zertifizierten Olivenölmühle in Baena. Über eine halbe Million Tonnen Olivenöl werden in Andalusien jährlich produziert. Verwundert waren wir darüber, dass ein Großteil dieser Produktion nach Italien exportiert wird. Mit dem anschließenden Besuch der Alhambra von Granada, dem Sitz der letzten Kalifen Spaniens, sowie der Besuch der Kathedrale wurde dieser Tag abgerundet. Am Abend haben wir die andalusische Küche in Verbindung mit Flamencotänzen und Gesängen erleben können.
Am vierten Tag hat uns der routinierte Busfahrer Silva zur Stadt Ronda gefahren. Die Besichtigung der hoch über der Landschaft als ehemalige Festung gelegenen Stadt war für uns alle beeindruckend. In der ältesten Arena Spaniens haben wir durch die lebendige Schilderung des Stadtführers den Stierkampf im Geiste mitverfolgen können. Nach einem Besuch der Casa Don Bosco, ein für den lokalen Adel typisches Stadtpalais, mit vielen Kacheln und berauschender Sicht von der Klippe in die Ebene, setzen wir unsere Fahrt fort durch die schöne Landschaft Andalusiens.
Am vorletzten Tag haben wir uns einen landwirtschaftlichen Großbetrieb in der Provinz Cadiz angesehen. Auf 15.000 ha (da passt der Ausdruck „soweit das Auge reicht") werden neben Zitrusfrüchten, Oliven und Baumwolle insbesondere Gemüse für den englischen Markt produziert. Mit besonderem Interesse wurden die Erläuterungen zu den Maschinen für die Weiterverarbeitung der Baumwolle verfolgt. Anschließend haben wir uns auf den Weg nach Gibraltar gemacht. Gibraltar ist eine britische Kronkolonie mit eigener Regierung. Beeindruckt waren wir vom Flughafen, dessen Landebahn eine vierspurige Straße kreuzt. Auch wir mussten anhalten um ein Flugzeug passieren zu lassen. Den Felsen von Gibraltar haben wir auch von Innen besucht, denn er ist von einem 50 km langem Tunnelsystem durchzogen, dass im Laufe der Belagerungszeiten entstanden ist. Für besondere Aufregung sorgten die Affen von Gibraltar, einigen von uns wurde das Eis geklaut!

Der letzte Tag war geprägt von der Verkostung des edlen Sherrys in Jerez und dem Besuch der Königlich Spanischen Hofreitschule. Sicherlich ein Muss für jeden Pferde begeisterten Teilnehmer. Mit den noch frischen Eindrücken von den feurigen Andalusiern und den Erlebnissen der vergangenen Tage haben wir zufrieden die Heimreise nach Hamburg angetreten. Auf dem Rückflug sind schon Pläne für die nächste Verbandsfahrt im März 2010 geschmiedet worden.
Eckard Reese